„Wir erleben das Paradox einer Gesellschaft von Arbeitern ohne Arbeit, in der die Ablenkung, der Konsum, das Vergnügen nur noch den Mangel daran beklagen, wovon sie uns eigentlich ablenken sollten.“

Unsichtbares Komitee

Einem Teil dieser Ausgabe liegt ein Prospekt von ALDI bei, nein – es ist ein informierender Fake der Christlichen Initiative Romero. Obwohl wir bekanntlich den aufklärenden Charakter des Christentums eher gering schätzen, finden wir diesen Werbezettel plakativ  solidarisch mit den Arbeiter_innen, die aktuell „unseren“ Konsumschrott produzieren.

Im lesenswerten Text „Der kommende Aufstand“ des Unsichtbaren Komitees (edition nautilus, aber auch als pdf im Internet) mögen manche ein Gegenargument finden. Danach würden allgemeine Appelle an „bio & fair & C02-neutral“ nur darauf abzielen, die Logik der kapitalistischen Welt überleben zu lassen, „indem sie sich den Anschein eines historischen Bruchs gibt.“ Das gilt wahrlich für viele Vertreter_innen dieser grünen Selbstkontrollmaschinerie; aber: Befreiung geht nur internationalistisch und solidarisch, was auch heißt  im Wissen um die Arbeits- und (Über-) Lebensbedingungen im „Süden“. Und deshalb ist das Unsichtbare Komitee mit Sicherheit nicht dafür, bei ALDI zu kaufen und im Weltladen zu klauen – sondern umgekehrt; und weitergehend: daran zu arbeiten, dass es die  Weltläden am bestens irgendwann nicht mehr braucht.

Und noch was: Mehr oder weniger hintenrum haben wir von einer Kritik an den Thesen zur ezidischen Religion gehört, die im letzten Heft im Interview von der Religionswissenschaftlerin Ina Wunn vertreten wurden. Gern hätten wir eine Replik veröffentlicht, nur: Es  gibt sie nicht.

Bis denn – eure revista